Klangwelten

Konzert am 27. Juni 2026 in der Kirche Fronleichnam

In München zeigte sich der Sommer von seiner allerbesten Seite und fand seinen Höhepunkt am 27. Juni 2026 bei 39 Grad. Auch in der Kirche wurde das übliche schwarze Outfit durch luftige und sommerliche Kleidung ersetzt.

Das Konzert war trotz der Hitze gut besucht. Orchester und Chor begannen mit Mendelssohns „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Das Stück beginnt mit einer verhaltenen Unisono-Bitte und steigert sich dann zu einer großen Klangwelt.

Es folgte „Le soir“ von Charles Gounod, vorgetragen von Ingrid Zacharias (Alt), Reinhold Schulz (Klarinette) und Juan Carlos Gandarillas am Klavier. Der Gesang und die beiden Instrumente harmonierten wunderbar zusammen und die Stimme von Ingrid Zacharias wurde perfekt von der Akustik der Kirche getragen.

Und dann zeigte der Chor à cappella mit 7 Madrigalen, wohin der Leiter Georg Jacobs mit großer Geduld und immer wieder positiver Energie den Chor gebracht hat. Die ersten drei Madrigale stammten von den englischen Komponisten John Bennet, John Dowlnad und Thomas Morley, darunter das bekannte und anspruchsvolle „Weep o mine eyes“ von Bennet. Danach folgte in gemischter Aufstellung ein chorischer Dialog „Io ti voria“ von Orlando die Lasso, der ja auch Hofsänger in München war. „Lasciatemi morire“ von Claudio Monteverdi zeigte bereits den Weg zur frühen Oper auf. Inzwischen hatten sich vier Bläser in den Rückraum der Kirche begeben, so dass im folgenden „Echo Lied“ das Publikum das zeitversetzte Echo aus verschiedenen Richtungen erfahren konnte. Als letztes Madrigal folgte „Gott b’hüte dich“ von Leonhard Lechner, der ein Schüler von Orlando di Lasso war.

Für das anschließende Superround Alleluia von William Albright verteilten sich Chor und Orchester zu Paaren rings um den Kirchenraum. Ein leises Thema „Al-le-lu-ia“ verbreitete sich in verschiedenen zeitlich versetzen Variationen zu einem anschwellendem Klangteppich, der sich zuletzt in einem gemeinsamen Schlusston traf. Das Publikum war sehr angetan und spendete großen Applaus.

Franz Schuberts Sinfonie Nr. 3 bildete den Abschluss und Höhepunkt des Konzertes. Diese „Jugendsymphonie“ entstand im Jahre 1805, als Schubert 18 Jahre alt ware. Erst 1881 soll die erste öffentliche Aufführung stattgefunden haben. Die Eleganz dieser Sinfonie mit ihren eingängigen Themen passte genau zu einem Sommerkonzert.

Als Zugabe spielte die Bürger-Sänger-Zunft natürlich IHRE Bayernhymne und beendete damit ein wunderschönes Sommerkonzert mit Klangwelten aus verschiedenen Jahrhunderten.

Sylvi Huber/Casimir Katz

 Bürger-Sänger-Zunft e. V.